Steißbein Tattoo

Steißbein Tattoo

 

In den 1990er Jahren war die Bauchfrei-Mode stark im Trend. Zu dieser Zeit trugen jeder, der es tragen konnte „Bauchfrei“. Bei Frauen war diese Mode sehr beliebt. Männer waren diesem Modetrend auch sehr zugetan, aber mehr als Betrachter und weniger als Träger dieser Mode an sich.

 

 

Zu der Zeit wurde in der Tattooszene ein neuer Trend kreiert. Da bauchfreie Mode angesagt war, wurde auch der Rücken entblößt. Hinzu kamen Hüfthosen, die ebenfalls sehr viel nackte Haut zeigten. Diese Haut musste aber nicht unbedingt nackt sein. Warum also nicht diese freiliegenden Hautpartien mit einer Tätowierung schmücken? Und schon lag die Steißbeintätowierung voll im Trend. Ein Steißbein Tattoo befindet sich - wie der Name schon sagt - kurz oberhalb des Steißbeins und am unteren Ende des Rückens. Vorrangig werden hier Tribals und verschiedene Symbole tätowiert.

 

 

 

Umgangssprachlich setzte sich für die Steißbein Tätowierung die Bezeichnung „Arschgeweih“ durch. Um dieser Bezeichnung gerecht zu werden, muss die Tätowierung bestimmte Kriterien erfüllen. Die horizontale Länge der Tätowierung muss das zwei- bis vierfache der vertikalen Länge betragen. Außerdem sollte die grobe Form der eine „T“ oder eines „Y“ gleichen. Dies stellt dann die typische Geweihform dar. Da derartige Tätowierungen vorrangig in Form eines Tribals tätowiert werden, ähneln sie umso mehr einem Geweih. Aus diesem Aspekt und aus der Lage einer solchen Tätowierung entstand die Bezeichnung „Arschgeweih“. In Österreich wird eine derartige Tätowierung auch „Schlampenstempel“ oder „Arschvignette“ bezeichnet.

 

Bei einem Steißbein Tattoo handelt es sich um eine Modeerscheinung, so wie es auch bei der Bauchfrei-Mode oder bei Plateauschuhen der Fall war. Ob sich diese Modeerscheinung in der nahen Zukunft weiterhin durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Steißbein-Tätowierungen momentan sehr beliebt sind. Und das noch nach über einem Jahrzehnt. Weit und breit sieht man solche Tätowierungen. Durch die weite Verbreitung dieser Tätowierungen wurden sie teilweise - eben aus Gründen wie Modeerscheinung und Trend - mit anderen Tätowierungen ergänzt, sodass sich ein komplett neues Motiv daraus entwickelte.

 

Heutzutage werden jedoch nicht mehr nur Celtic oder Tribal Tattoos als Steißbein Tattoo gestochen. Bei Frauen besonders beliebt sind ebenfalls Blumenranken und in sich verschlungenes Blattwerk. Hierbei konnten auch tolle Farben eingesetzt werden. Denn ursprünglich waren die so genannten „Arschgeweihe“ vorrangig in Schwarz gehalten.